Einheitliche Preise für Tageskarten im Bereich der Stehplätze!



Zu Beginn der Sommerpause freuen wir uns sehr, dass wir zusammen mit dem Vorstand des Hamburger Sport-Verein e.V. eine Änderung der Preisstruktur für Tageskarten im Bereich der Stehplätze erarbeiten konnten!

Zukünftig liegt der Preis für Tageskarten bei 16,00 Euro und dies unabhängig vom Gegner. Dies gilt sowohl für die Tageskarten im Heim- als auch im Gästeblock!

"Wir begrüßen diese Entscheidung des Vorstandes, welche nach intensiven Gesprächen gemeinsam erarbeitet wurde! Für die Fankultur ist die Gleichstellung von unschätzbarem Wert, da gerade die Anhänger der großen Vereine nahezu jedes Auswärtsspiel einen Zuschlag zahlen müssen." so Christian Bieberstein, Abteilungsleiter der Abteilung Fördernde Mitglieder / HSV Supporters Club.

"Der HSV wird damit einmal mehr seiner gesellschaftlichen Rolle gerecht und zeigt, dass wirtschaftliche Interessen und sozialverträgliche Preise durchaus einhergehen können " so Oliver Scheel, Vorstandsmitglied.

Neben dem Hamburger Sport-Verein e.V. haben unter anderem auch Borussia Dortmund und Hertha BSC diesen Weg eingeschlagen und wir hoffen, dass weitere Vereine diesem Beispiel folgen werden und damit einen weiteren Baustein dafür legen, dass der Fussball in Deutschland auch in Zukunft für alle sozialen Schichten der Bevölkerung bezahlbar bleibt.

Fußball muss bezahlbar sein.



Hertha BSC begrenzt die Eintrittspreise im Gästeblock auf 15 Euro



Hallo Herthaner,

wie Ihr sicherlich mitbekommen habt, engagiert sich die bundesweite „Kein-Zwanni“-Initiative für sozial verträgliche Eintrittspreise in deutschen Stadien. Ziel ist es, eine langfristig gesunde Preisstruktur im deutschen Fußball zu erhalten und ein Preisniveau zu schaffen, das die soziale Bedeutung des Fußballs aufrecht erhält und Fans aller Gesellschaftsschichten und Altersklassen einen Stadionbesuch ermöglicht.

Auch Hertha BSC wurde durch die Fans auf die Kampagne aufmerksam gemacht. Der Verein erarbeitete mit den Fans gemeinsam ein Preismodell, sodass zukünftig alle Gästefans, unabhängig ihrer Vereinszugehörigkeit, im Berliner Olympiastadion für Ihre Eintrittskarte einen Einheitspreis von 15,00 Euro bezahlen werden. Außerdem gewährt Hertha BSC allen Schülern, Studenten etc. nach wie vor eine Ermäßigung von 20%. "Es war und ist uns immer ein Anliegen von Hertha BSC gewesen, das Erlebnis eines Fußballspiels für jedermann bezahlbar anbieten zu können", sagt Ingo Schiller, Geschäftsführer bei Hertha BSC. "Auch in dieser Richtung ist Hertha BSC auf einem guten Weg."

Hertha BSC und die 'Kein-Zwanni AG' der Hertha-Fanszene sind stolz, dass dieses Modell bereits für die Saison 2013/14 gültig sein wird und somit ein Beitrag für den Erhalt von fangerechten Ticketpreisen in der Bundesliga geleistet werden kann.

Wir hoffen, dass andere Vereine sich dieses Preismodell zu Herzen nehmen, damit unser geliebter Sport auch in Zukunft für alle Fans bezahlbar sein wird.

Hertha BSC & Kein-Zwanni AG Berlin

Fußball muss bezahlbar sein!



Aktion der BVB Fans gegen die Topspielzuschläge in Wolfsburg



UPDATE: Kein Opernpublikum in deutschen Stadien!



Wer unsere Aktion unterstützen möchte, kann den Flyer hier herunterladen. Bitte druckt unseren Flyer in einer kleinen Auflage aus und verteilt ihn an alle BVB Fans die ihr trefft - egal ob im Bus, in der Bahn oder rund um das Stadion, sodass jeder einzelne über die Aktion Bescheid weiß.

Liebe Fans der Borussia.

Egal, ob wir das Champions-League-Finale gewinnen oder nicht, die Saison 2012/2013 war für uns Fans des BVB herausragend. Erneut konnten wir die schönen Seiten des Fußballs genießen und bekommen als krönenden Abschluss Wembley serviert. Allerdings haben wir als Fans der Borussia auch die Schattenseite des Erfolges zu spüren bekommen. Einer der wichtigsten Faktoren dabei: gestiegene Eintrittspreise. Immer mehr Bundesligisten waren der Meinung, dass man bei den Fans des BVB abkassieren kann. Wer als Fan des Ballspielvereins alle Spiele besucht hat, durfte als Stehplatzbesucher insgesamt etwa 50 Euro mehr zahlen als ein Fan des FC Augsburg für dieselben Spiele. Immer mehr Fans - vor allem jüngere - können sich diese Preise schlicht nicht mehr leisten. Die beschwichtigenden Verlautbarungen der Offiziellen, dass man keine "englischen Verhältnisse" wolle, dienen leider immer mehr dazu, eben diese Preissteigerungen zu rechtfertigen.

Das schlimmste Übel für uns Dortmunder: Topzuschläge. Denn bei jedem Verein, der Topzuschläge erhebt, durften BVB-Fans in der laufenden Spielzeit besonders tief in die Tasche greifen. Wir Borussen sind seit Jahren für einen farbenfrohen, lautstarken und zahlmäßig starken Support bekannt. Zum Dank dafür dürfen wir löhnen. Wenn die Preisentwicklung so weiter geht, werden wir bald - wie in England - überwiegend ein Opernpublikum haben.

Hans-Joachim Watzke hat kürzlich verkündet, in Dortmund den Topzuschlag für Gästefans ab der kommenden Saison auch für die Sitzplätze abschaffen zu wollen. Wir sind sehr froh über diese Entwicklung und wollen dazu beitragen, dass sich auch andere Vereine diesem Vorgehen anschließen.

Es ist an uns, erneut Zeit ein Zeichen zu setzen und die Vereine daran zu erinnern, dass Fußball durch seine Fans lebt. Wir werden daher bei unserem Auswärtsspiel in Wolfsburg den Gästesteher für die ersten 20 Minuten des Spieles nicht betreten. Wir würden uns freuen, wenn sich auch aus dem Sitzplatzbereich viele Fans anschließen würden. Denn gerade die Sitzplätze sind von dem Preisproblem noch deutlich stärker betroffen. Selbst in der günstigsten Sitzplatzkategorie nämlich zahlt ein BVB-Fan, der alle Spiele besucht, stolze 150 Euro mehr als ein Fan aus Augsburg. Wir wissen, dass im Sitzplatzbereich auch viele nicht organisierte Fans sitzen, die von uns im Vorwege nicht erreicht werden können. Wir bitten daher alle BVB-Fans, die das Spiel von den Sitzplätzen aus verfolgen, diese anzusprechen, über die Aktion zu informieren und sie darum zu bitten, dass sie sich uns und dem Protest anschließen.

Wir sind Fans, keine Konsumenten. Deswegen helft mit, den Fußball zu verbessern!

Wir möchten aber noch einmal drauf hinweisen, dass sich die Kritik zwar AUCH, jedoch nicht ALLEINE gegen den VfL Wolfsburg richtet. Die Aktion am kommenden Spieltag soll allen Vereinen eine Warnung sein. Wir wollen ein Zeichen für die Liga setzen.

Wir fordern:
  1. Stoppt die Topzuschläge für Gästefans!
  2. Keine Zusammenarbeit mit Online-Ticketplattformen!
  3. Preistopp bei den Stehplatzpreisen!
  4. Ausreichende Anzahl Karten in der günstigen Sitzplatzkategorie!


Fußball muss bezahlbar sein.



"Kein Zwanni" - am 33. Spieltag



Durch die Aktion "12Doppelpunkt12" ist "Kein Zwanni - Fußball muss bezahlbar sein" in den letzten Monaten kürzergetreten. "12Doppelpunkt12" war wichtig und wir wollten die Aufmerksamkeit nicht von dieser Kampagne abziehen. Was aber nicht heißt, dass es keine Gründe für weitere Aktionen gegeben hätte. Im Gegenteil. Viele Vereine schlagen immer hemmungsloser zu. Gerade die Preise für Sitzplatztickets nehmen Dimensionen an, die von den gerne zitierten "englischen Verhältnissen" nicht mehr weit entfernt sind. Und die natürlich auch die gleichen Folgen haben werden, wenn wir hier nicht entscheiden entgegentreten: Dein Ausschluss ganzer Bevölkerungsgruppen vom "Volkssport Fußball".

Hinzugekommen sind neue Probleme wie die Zusammenarbeit mit dem Schwarzhändler Viagogo, der die absurden Ticketpreise noch mal in ganz neue Dimensionen hebt. Doch Jammern hilft nichts und dafür gibt es auch keinen Grund. Gerade durch Aktionen gegen ViaNOgo wurde wieder klar, wie viel Macht wir Fans haben. Gratulation nach Hamburg, die es geschafft haben, dass der Hamburger SV den Vertrag mit ViaNOgo gekündigt hat.

Doch nicht nur der "Sündenfall" der Zusammenarbeit mit ViaNOgo zeigt an, dass wir die Vereine permanent daran erinnern müssen, dass sie dabei sind, sich selbst das Wasser abzugraben. Auch in den regulären Preisen greifen viele Vereine immer hemmungsloser zu. Hier wird es Zeit, mal wieder ein Zeichen zu setzen. Fans können viel bewegen und wir müssen dies nutzen, um die Zukunft des Sportes zu sicher. Das mag pathetisch klingen, aber auch hier sei wieder der Blick nach England empfohlen. Dass was wir in Deutschland - noch - haben ist nichtselbstverständlich und muss permanent verteidigt werden.

In einer Versammlung von Fanclubvertretern haben Anhänger von Borussia Dortmund entschieden, dass sie am vorletzten Spieltag bei ihrem Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg ein Zeichen setzen wollen. Dabei richtet sich der Protest nur zum Teil gegen den VfL. Zwar nimmt auch der VfL bei dem Spiel 19 € für eine Stehplatzkarte und 35 bis 70 € (plus VVK Gebühren)für Sitzplatzkarten, doch steht er dabei leider in schlechter Gesellschaft mit diversen anderen Clubs, wie auch dem BVB selbst, der zwar löblicherweise den Topzuschlag für Gästesteher abgeschafft hat, aber bei den Sitzplatzpreisen deftig hinlangt. Leverkusen ist dieses Jahr besonders negativ aufgefallen. Selbst der Umstand, dass deren Stadion mehrmals bei Topspielen nicht ausverkauft war, konnte die Entscheider bisher nicht zum Umdenken bewegen.

Fans von Hertha BSC, dem 1. FC Köln sowie von Mainz 05 haben bereit erklärt, sich dem Aktionstag anzuschließen. Wir hoffen auf weitere positive Resonanz. Welche Aktionen durchgeführt werden ist natürlich den einzelnen Fanszenen überlassen und hängt eben auch damit zusammen, wie weit die Aktion "Fußball muss bezahlbar sein" in den jeweiligen Fanszenen verankert ist. Wir hoffen, dass sich auch weitere Fanszenen der Aktion anschließen.

Für Dortmund wurde auf dem Treffen ein 10-minütiges Freilassen des Gästeblocks diskutiert. Ebenso stand eine Mottofahrt zur Diskussion. Hier ist aber noch keine finale Entscheidung getroffen worden, weil wir weitere Resonanz von den Fans haben möchten. Wer Ideen für gute Aktionen hat, kann diese an info@kein-zwanni-de mailen. Darüber hinaus werden die jeweiligen Fanszenen ihre Kommunikationsforen natürlich selbst wählen.

Seid kreativ, seid unbequem, seid solidarisch! Raus zum Aktionsspieltag am 33. Spieltag!



"Kein Zwanni" nun auch in England



Aus Sicht von Stadiongängern gab es in den letzten Jahren wenig im englischen Fußball, das einen zu Begeisterungsstürmen hinreißen würde. Ganz weit vorne auf der Liste des Übels: Abschaffung der Stehplätze und stetig steigende Ticketpreise. Die Folgen hierfür sind für Fans auf der Insel fatal. Das Durchschnittsalter der Stadiongänger ist deutlich nach oben gegangen. Junge Menschen und Normalverdiener können sich den Stadionbesuch kaum noch leisten und verfolgen Spiele überwiegend im Pub. Mit weitreichenden Folgen: Die englische Fankultur - über Dekaden maßgeblich in Europa - liegt am Boden. Doch nun regt sich auch in England Widerstand. Unter der Führung der nationalen Fanorganisation Football Supporters Federation (FSF) wurde die Kampagne "Twenty´s plenty for away tickets" ins Leben gerufen.

Eine Woche nach dem ersten Treffen in Manchester kam es am 31.01. zu einem Treffen in London, zu dem auch die deutsche "Kein Zwanni - Fußball muss bezahlbar sein"-Kampagne einen Vertreter entsandte. Dies war uns unter zwei Aspekten wichtig: Erstens natürlich, um den englischen Fans unsere Solidarität zu versichern, aber auch weil wir merken, dass das Thema "Ticketpreise" in europäischer Kooperation gelöst werden muss. Denn inzwischen zeigen die Vorstände deutscher Vereine immer öfter nach England, um von den Ticketpreisen in Deutschland abzulenken. Dabei sind die im Sitzplatzbereich inzwischen sehr oft auf zumindest beinahe englischem Niveau. Sieht man vom Extrembeispiel Arsenal ab, muss sich die Bundesliga kaum noch ihres sozialen Preisgefüges rühmen. Die Differenz liegt lediglich in den Stehplätzen, bei denen aber auch immer hemmungsloser zugeschlagen wird.

Deswegen kann es nur gut sein, wenn es auch in einem anderen Land eine Kampagne gibt und man sich bei Ideen und Informationen austauschen kann. Neben der FSF spielt die Liverpooler Fangruppe "Spirit of Shankly" eine tragende Rolle und zeigt sich sehr aktiv und kreativ. Relativ neu im Rennen ist das Fanzine "Stand AMF (against modern football), das es zu schaffen scheint, der jungen Fangeneration eine Stimme zugeben.

Beim Treffen in London war durchaus zu merken, dass die englischen Fans aus einer gewissen Resignation erwachen müssen, aber bereit sind, das zu tun. Immer wieder wurde bewundernd der hohe Organisationsgrad deutscher Fans hervorgehoben. Es zeigt sich am Beispiel England deutlich, wie wichtig die Forderung "Fußball muss bezahlbar sein" ist. Denn wenn wir nicht aufpassen, haben wir bald dieselben Bedingungen. Ihr habt zwei Möglichkeiten: Sucht Euch schon mal eine Kneipe aus oder kämpft gemeinsam für faire Ticketpreise.



Apothekerpreise



Vielen Dank an Oli Hilbring.

Fußball muss bezahlbar seina



Liebe Bundesliga



manchmal fragt man sich, was im Kopf einiger Verantwortlicher Deiner Mitgliedsvereine vorgeht. Du stehst sportlich so gut da wie lange nicht mehr. Alle deutschen Vereine sind noch im Europacup vertreten und Du knabberst in der "5-Jahres-Wertung" den Vorsprung der Premier League weg und - falls es Euch noch nicht aufgefallen sein sollte - Pep Guardiola wechselt zum FC Bayern München. Gratulation Bundesliga, Du stehst gut da.

Wenn Du den Grund für Deinen Erfolg suchst, dann sei Dir ein Besuch im Ausland angeraten. Es gibt nämlich nur sehr wenige Fans, die von den tollen Fußballern in Deutschland schwärmen. Die meisten sprechen eher von der tollen Stimmung. Oder anders gesagt: Falls Du es nicht gemerkt hast: Du verdankst Deinen Erfolg auch den Fans.

Und wie danken es einige Vereine den Fans? Mit massiven Preiserhöhungen. Dass der Hamburger Sport-Verein - nicht nur - zum Derby gegen Werder Preise aus der Hölle nimmt, ist ja bekannt. Und auch dass Borussia Mönchengladbach gerne mal einen Schluck aus der Pulle nimmt ist - leider - nichts Neues. Dafür reiht sich aber nun auch Bayer Leverkusen im Kreis der Unverschämten ein. Im Endergebnis waren weder die Gastspiele von Schalke bei Leverkusen, noch das von Werder beim HSV ausverkauft. Und beim Spiel der beiden Mannschaften vom Niederrhein blieben 3.000 Karten unverkauft.

Eigentlich möchte man schreien, liebe Bundesliga, dass es sich - nach jahrelanger Abstinenz - 3000 Menschen nicht leisten konnten oder wollten, sich das Derby am Niederrhein anzuschauen. Aber irgendwie ist das auch ein Zeichen der Hoffnung. Ein Zeichen dafür, dass die Menschen nicht alles mitmachen.

Aber liebe Bundesliga, müssen einige Deiner Mitgliedsvereine wirklich mit dem Arsch einreißen, was wir gemeinsam aufgebaut haben? Müssen wir wirklich beweisen, dass man eine Liga die Erfolg hat auch wieder ruinieren kann? Muss man wirklich den Volkssport mit Füßen treten?

Lass uns drüber reden.



Kein Zwanni in Leverkusen



Sicherlich habt Ihr Euch alle schon über das neue Preismodell von Bayer Leverkusen geärgert. Wie einige andere Vereine bereits praktizieren, werden auch dort mit Saisonbeginn die Ticketpreise in drei Kategorien unterteilt. In der günstigsten Kategorie C kostet der Stehplatz 10 Euro, in Kategorie A mit 18 Euro satte 80 Prozent mehr. Bei den Sitzplätzen oberhalb des Stehplatzblocks wird bei Topspielen der dreifache Preise gegenüber Kategorie C ausgerufen. Die teuersten Sitzplätze schlagen hier mit 76 Euro zu Buche. Von der Kategorie A betroffen sind, natürlich neben den Heimfans der Werkself, die Fans von Bayern München, Schalke, Mönchengladbach, Düsseldorf und Dortmund - also knapp ein Drittel aller Heimspiele. Eine Maßnahme, die in Umfang und Höhe schlichtweg nicht akzeptabel und ein Schlag ins Gesicht aller Fans ist, die ihre Mannschaft auch auswärts regelmäßig unterstützen.

Dennoch wird es von "Kein Zwanni - Fußball muss bezahlbar sein" keinen offiziellen Boykottaufruf zu diesem Spiel geben. Auch wenn es hier, wie leider mittlerweile bei vielen Vereinen der ersten Bundesliga, durchaus angebracht wäre. Einerseits hat der deutsche Fußball mit "12:12 - Ohne Stimme keine Stimmung" erst zum Ende der letzten Rückrunde die größte Protestaktion des Profifußballs erlebt und der Wunsch bei vielen Fans ist groß, sich wieder ausschließlich auf die Unterstützung der eigenen Mannschaft zu konzentrieren. Andererseits ist uns aber auch bewusst, dass Protestaktionen und Boykotte nur Initialzündungen sein können. Das haben wir insofern schonmal geschafft, als dass das Problem steigender Ticketpreise und der Unmut vieler Fans überhaupt erst einmal wahrgenommen und thematisiert wurde. Ein richtiger und wichtiger Schritt. Noch wichtiger allerdings ist, dass auch bei uns allen ein Umdenken einsetzt. Langfristig bringt es nichts, wenn wir punktuell gegen horrende Preise an den Ticketschaltern aufbegehren, diese Preise aber in vielen anderen Fällen mit geballter Faust in der Tasche zahlen.

Wirklich erfolgreich kann die Kampagne nur werden, wenn sich jeder Einzelne überlegt, was er bereit ist, für ein Fußballspiel zu zahlen und dann auch danach handelt. Wir wollen ein Preisbewusstsein bei jedem von Euch schaffen, statt immer wieder und wieder zu Boykotten und Protesten aufrufen, während volle Kurven bei anderen Spielen den Vereinen zeigen, dass eben doch noch etwas rauszupressen ist. Gelingt das nicht, müssen wir uns alle eingestehen, dass wir letztendlich doch nur Rückzugsgefechte führen.

Gladbach, Düsseldorf und Schalke haben es vorgemacht - diese Spiele in der BayArena waren, trotz der überschaubaren Stadionkapazität, nicht ausverkauft. Ein gutes Zeichen dafür, das nicht nur den Verantwortlichen von Bayer Leverkusen eine Warnung sein sollte. Es sollte auch gleichzeitig ein Denkanstoß für uns alle sein. Wenn wir am Ticketschalter stehen und trotz solcher Preise unser Portmonee zücken, nehmen wir auch immer eine kleine Abstimmung vor, ob der Fußball als Volkssport erhalten bleiben, oder die Preisspirale von den Vereinen weiter gedreht werden kann. Wir rufen nicht zu einem Boykott des Auswärtsspiels in Leverkusen auf - wir bitten Euch einfach nur, darüber nachzudenken und Euch zu überlegen, wo Eure Grenzen sind.

Kein Zwanni - Fußball muss bezahlbar sein!



Offener Brief der Kein-Zwanni-AG Mainz an Eintracht Frankfurt



Sehr geehrte Damen und Herren der Eintracht Frankfurt Fußball AG,

obgleich Frankfurt schon lange als Stadt des Geldes weltbekannt ist, mussten sich doch viele Fans von Mainz 05 verwundert die Augen reiben, als sie in den vergangenen Wochen Karten für das anstehende Spiel bei der Eintracht erwarben. Stattliche 19 Euro, inkl. Vorverkaufsgebühr, sollte man für einen Stehplatz berappen - Topspielzuschlag! Eine Maßnahme, die man so nicht erwarten konnte und die laut Ihrer Homepage wohl jeder Zeit ("spätestens mit Verkaufsstart") vorgenommen werden kann.

Natürlich ist uns bewusst, dass es sich bei diesem Spiel um ein prestigeträchtiges Duell handelt. Doch wie rechtfertigen Sie den Preisanstieg anlässlich eines solchen Spiels? Kann der Derbycharakter irgendetwas garantieren, das einen solchen Zuschlag legitimiert? Feineren Fußball? Mehr Tore? Eine angenehmere An- und Abreise? Unserer Ansicht nach nicht! Abgesehen davon gibt es keine sozial zu verantwortenden Gründe für einen solchen Preiszuschlag. Auch beunruhigend war der Blick auf die Ticketpreise der letzten Jahre und deren Entwicklung! So bezahlten wir vor zwei Jahren noch 15 Euro für das Spiel bei der Frankfurter Eintracht, was ebenfalls nicht wenig ist und bereits damals über dem Durchschnittspreis für einen Auswärtsstehplatz lag.

Kleine Notiz am Rande: vor vier Jahren fuhren wir zu einem Spiel unserer 05er gegen einen anderen Verein Ihrer Stadt und kamen für 5 Euro ins Stadion!

Um es auf den Punkt zu bringen: Ihr Topspielzuschlag widerspricht ganz und gar der Vorstellung von einer sozialen Preisgestaltung! Werden Sie sich Ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, die der Volkssport Fußball mit sich bringt! Die Stadien sind sozialer Begegnungsraum, in dem sich Menschen aller Herkunft und aller Gesellschaftsschichten treffen! Mit einem Ticketpreis von 19 Euro schließen Sie bereits Teile der Gesellschaft aus!

Es muss auch in Ihrem Interesse liegen, dass junge Leute an unseren geliebten Sport herangeführt werden können, dass sich auch Familien und Menschen mit geringem Einkommen in Zukunft den Stadionbesuch noch leisten können, dass sich die Kurven nicht leeren und die einzigartige Stimmung (die in Frankfurt durchaus zu Recht hoch gelobt wird!) in Ihrem, in unserem und in allen Stadien fortbesteht!

Uns bleibt zu hoffen, dass Sie sich unsere Worte zu Herzen nehmen und sich darüber Gedanken machen, wie unsere Kurven in Zukunft aussehen sollen!

Mit freundlichen Grüßen,

Kein-Zwanni-AG Mainz

Infos/Fragen an keinzwanni@szene.mainz.de



Diese Preise werden bestreikt!

KeinZwanniHH





BVB-Fans rufen zum Boykott der Sitzplätze beim Spiel gegen







den HSV auf!



Jetzt gilt’s! Übermorgen heißt es wieder Flagge zeigen gegen überhöhte Kartenpreise und ein Zeichen für den Fußball als Volkssport zu setzen. Die BVB Fans werden im dritten Jahr in Folge gegen die Preisgestaltung des Hamburger Sportvereins demonstrieren. Trotz diverser Gesprächsrunden in den vergangenen Monaten rufen die Hamburger sogar noch höhere Preise als in den Vorjahren auf und verlangen mittlerweile für den billigsten Sitzplatz 40 Euro zuzüglich Vorverkaufs- und Bearbeitungsgebühren. Für den teuersten Sitzplatz sind sogar 94 Euro fällig – ein Zustand, der auch für Stehplatzbesucher nicht hinnehmbar ist. Daher ruft die Initiative “Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein” erneut zum Protest vor Ort auf.

Dieses Mal werden die Stehplatzbesucher sich mit den Fans auf den Sitzplätzen solidarisieren und das Stadion zum Anpfiff verlassen. Damit werden wir die Verantwortlichen darauf hinweisen, wie viel seiner Faszination der Fußball verlieren wird, wenn sich ganze Bevölkerungsschichten die Eintrittspreise nicht länger leisten können. Ein leerer Gästeblock als Sinnbild für die Stadien ohne Leidenschaft und Emotion, wie wir sie aus England, dem eigentlichen Mutterland des Fußballs, kennen.

Wir rufen alle BVB Fans dazu auf, sich unserem Protest anzuschließen. Ein leerer Block im Gästebereich und zahlreiche Lücken in den Sitzplatzblöcken werden auch in den Medien nicht unerwähnt bleiben. Verstärken wir gemeinsam den Druck auf die Verantwortlichen und verleihen unseren Forderungen nach bezahlbaren Eintrittskarten den nötigen Druck. Auch wenn wir viel von Euch verlangen niemand möchte auf ein Spiel seiner Mannschaft verzichten – hoffen wir auf eine rege Beteiligung. Gemeinsam sind wir stark.

Fußball als Volkssport erhalten!



BVB-Fans rufen zum Boykott der Sitzplätze beim Spiel gegen







den HSV auf! Stehplatzbesucher solidarisieren sich!



Am 31.07. fand in der "Kaktusfarm" in Dortmund ein Treffen von über 200 BVB-Fans statt, die gekommen waren, um über Protestmaßnahmen im Rahmen der Aktion "Kein Zwanni - Fußball muss bezahlbar sein" zu beraten. Konkreter Anlass waren Aktionen gegen die hohen Ticketpreise beim Spiel von Borussia Dortmund beim Hamburger SV. Auf der zweistündigen Sitzung wurden folgende Maßnahmen mit großer Mehrheit beschlossen:

Auf Grund der hohen Preise von 40 bis 94 Euro netto (ohne Vorverkaufsgebühr) für das Spiel HSV gegen den BVB wird ein Boykott der Sitzplätze beschlossen. Alle BVB-Fans werden aufgerufen, auf den Kauf von Sitzplatzkarten zu verzichten und so ein Zeichen gegen den Ticketwucher zu setzen. Angesichts des Umstandes, dass die Stehplatzpreise für das Spiel zwar enorm hoch sind, der HSV sich da aber in der Vergangenheit bewegt hatte und der Tatsache, dass der BVB die Auswärtsdauerkarten nicht zurück nehmen wird, verzichten wir auf einen Kaufboykott des Stehplatzbereiches. Doch "Kein Zwanni - Fußball muss bezahlbar sein" ist eine Aktion, die sich ausdrücklich auch auf die Sitzplätze bezieht. Es ist für uns daher nicht vorstellbar, dass im Stehplatzbereich Fußball geschaut wird, während parallel ein Boykottaufruf für die Sitzplätze läuft. Mit Toreöffnung werden wir den Stehplatzbereich betreten, aber pünktlich zum Anpfiff unsere Plätze räumen und vor dem Stadion unserem Protest Ausdruck verleihen. Wir wollen und werden damit im Stadion ein deutliches Zeichen der Solidarität mit denjenigen setzen, die sich am Sitzplatzboykott beteiligen und dem HSV die Grundlage für das "Spektakel", das er teuer verkaufen will, entziehen.

Der HSV ruft ja auch deswegen so hohe Preise auf, weil das Spiel des Hamburger SV gegen Borussia Dortmund das Aufeinandertreffen zweier stimmungsvoller Kurven ist. Zumindest die Dortmunder Seite wird dem HSV diese stimmungsvolle Kulisse entziehen. "Kein Zwanni" bittet alle BVB-Fans nach Hamburg zu kommen, um dem HSV-Vorstand zu zeigen, dass wir unseren Protest so lange fortsetzen werden bis der HSV sich für Lösungen öffnet.

Zusammenfassend unser Aufruf an die BVB-Fans:

  • Kauft keine Sitzplatzkarten in Hamburg!
  • Wenn Ihr Stehplatzkarten habt, verlasst den Block mit Anpfiff!
  • Kommt nach Hamburg und beteiligt Euch am Protest vor dem Stadion!

Ein paar Worte an die HSV-Fans

Wir müssen leider erneut beim Spiel gegen den HSV zum Boykott aufrufen! Uns blutet das Herz bei dieser Maßnahme, denn sich mit Euch zu messen ist immer einer der Höhepunkte der Saison. Wir hoffen aber, dass Ihr Verständnis dafür habt, dass diese Maßnahmen alternativlos sind angesichts der Tatsache, dass der HSV die Preise für uns in dieser Saison noch einmal erhöht hat. Diese Maßnahme richtet sich nicht gegen den HSV als Verein, sondern wir wollen gemeinsam mit Euch für Ticketpreise bei allen Vereinen kämpfen, die den Fußball als Volkssport erhalten. Uns ist klar, dass Ihr nicht mit uns das Spiel vor den Toren verfolgen werdet, aber wir würden uns sehr über ein deutlich sichtbares Zeichen der Solidarität im Stadion freuen.

Senkung der Dauerkartenpreise beim 1. FC Köln

Nach dem feststehenden Abstieg in die 2. Bundesliga werden in Köln die Scherben jahrelanger Misswirtschaft zusammengekehrt. Breits zum fünften Mal müssen die Geißböcke den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Das neue Präsidium scheint allerdings neue Wege aus der Krise zu suchen.

Besonders deutlich wurde dies für die treuen FC-Anhänger. Seit der letzten Saison in Liga zwei waren die Preise für eine Dauerkarte teilweise um über 50% gestiegen und auch die vorausgegangenen Abstiege machten sich immer nur moderat im Portemonnaie der Dauerkartenbesitzer deutlich. Die Bekanntgabe der neuen Preise war daher eine Überraschung. Rund 20% Abschlag in jeder Kategorie setzen die Preise wieder fast genau auf das Niveau nach dem Aufstieg 2008. Besonders bei der finanziell angespannten Situation rund um das Geißbockheim ist dieses Vorgehen sicherlich nicht selbstverständlich und war in dieser Form nicht zu erwarten.

Trotzdem können sich Fans ihre Vereine nun einmal nicht aussuchen und besonders in Köln hat sich gezeigt, dass der Zuspruch für den Club auch in schwierigen Zeiten ungebrochen schien. Sicherlich kann niemand die Dauerkartennachfrage exakt voraussagen, aber eine solche Preissenkung zeigt in dieser Dimension, dass Fußball nicht auf rein marktwirtschaftliche Prinzipen zu minimieren ist. Treue und Leidenschaft können sich eben doch auszahlen!

Toppspielzuschläge in Gelsenkirchen



Liebe Fußballfans,

nachdem die Presse vor einigen Wochen bereits das Ende der Topspielzuschläge beim FC Schalke 04 verkündet hat (z.B. hier: http://www.ruhrnachrichten.de/sport/schalke/news/art15837,1627789), wollen wir uns auch an dieser Stelle zu unseren Verhandlungen mit S04 äußern.

In einem konstruktiven Gespräch versicherten uns Vertreter von Fanbetreuung, Fanclubverband und Ticketing unabhängig voneinander, die Bedenken der Fans in der Gremien zu tragen, wo ergebnisoffen diskutiert werden sollte. Bereits nach einer Woche signalisierte uns der Verein, dass nicht nur alle Topspielzuschläge in Gelsenkirchen abgeschafft werden würden, sondern darüber hinaus noch bei der DFL eine Anfrage gestellt werden würde, generell auf erhöhte Eintrittspreise für Gästefans zu verzichten.

Die Initiative "Kein Zwanni - Fußball muss bezahlbar sein" begrüßte diese Entscheidungen und verzichtete daraufhin auf einen Aufruf zu Protesten rund um das Revierderby Ende April. Leider scheint sich die Abschaffung der Topspielzuschläge zunächst jedoch nur auf die Stehplätze in der Arena zu beziehen, weshalb wir an die Verantwortlichen appellieren hier noch nachzubessern. Auch Sitzplätze müssen für Gästefans zu fairen Preisen zu erwerben sein, zumal im Rahmen der Modernisierung und Errichtung neuer Stadien ohnehin viele Stehplätze in den Gästebereichen weggefallen sind.

Darüber hinaus merken wir an, dass die finanzielle Entlastung der Gästefans nicht auf Kosten erhöhter Preise für die Dauerkarteninhaber geschehen sollte. Wir unterstützen daher die Kritik der aktiven Schalker Fanszene an der Anpassung der Kartenpreise für Bestandskunden und fordern im Sinne des Volkssports Fußball eine einvernehmliche Lösung. Gerne sind wir zu weiteren Gesprächen bereit.

Fußball muss bezahlbar sein!

01. August 2012.