Derbyboykott

Veröffentlicht am: 23. September 2010

Aller Anfang ist schwer und dieser ganz besonders. Auf das Derby zu verzichten, fällt niemandem leicht. Wir sehen aber keine Alternative, als endlich ein schon lange überfälliges Ausrufezeichen gegen immer höhere Ticketpreise zu setzen. Es geht hier ausdrücklich nicht um ein derbytypisches Vorgeplänkel und unsere Rivalität mit Schalke 04. Der Boykott fällt auf das Derby, weil Spiele dieser Kategorie sich für die Vereine am ehesten als Zugpferd einer Preiserhöhung eignen und in diesem Fall auch eingesetzt wurden. Wir bitten alle Fans von Borussia Dortmund und auch von unserem Reviernachbarn, über die Situation nachzudenken und sich zu überlegen, ob man sich nicht anschließen möchte. 

 

Kartensituation:

Viele Fanclubs haben bereits von vorneherein auf den Abruf der Ihnen zugeteilten Ticketkontingente verzichtet. Der größte Teil der Fans jedoch hat sich Karten im Vorverkauf gekauft, oder ist im Besitz einer Auswärtsdauerkarte. Wir haben von Borussia Dortmund schriftlich versichert bekommen, dass diese Karten zurück gegeben werden können. Dazu haben wir ein Musterschreiben erstellt, dass auf unsere Homepage www.keinzwanni.de zum Abruf bereit steht. Dieses ist einfach auszufüllen und an den Verein zu schicken.

Ersatzveranstaltung:

Wir möchten auch am Derbytag einen ausdrucksstarken Protest zeigen und Euch die Möglichkeit bieten, gemeinsam das Derby in Dortmund zu verfolgen und hoffentlich auch gemeinsam zu feiern. Wir klären derzeit entsprechende Möglichkeiten und Räumlichkeiten ab. Auch hierzu werden wir schnellstmöglich Ergebnisse präsentieren. Zu dieser Veranstaltung sind Vertreter der Presse herzlich eingeladen

Die Mannschaft:

Niemand sollte das Gefühl haben, die Mannschaft im Stich zu lassen. Wir werden den Spielern und Betreuern unser Anliegen kommunizieren und Ihnen verständlich machen, dass wir einzig und allein darum kämpfen, auch weiterhin allen Fans – insbesondere sozial schwächeren und jüngeren – die Möglichkeit zu geben, unser Team daheim und in der Fremde lautstark zu unterstützen. Bei der derzeitigen Entwicklung mag es sein, dass die jüngeren Spieler ansonsten Zeiten erleben werden, in denen auch sie mit Wehmut an die tolle Unterstützung in der Vergangenheit zurück denken.

Die Medien:

Das Derby ist eines der elektrisierensten Spiele, die der deutsche Fußball zu bieten hat. Dementsprechend stark ist die Resonanz der Medien. Diese Resonanz wollen und werden wir nutzen, um auf unseren Protest aufmerksam zu machen. In der Vergangenheit war das Medienecho auf Blocksperren und Spruchbänder meist sehr gering und regional begrenzt. Wir wollen bewusst dieses Zeichen in einer großen Öffentlichkeit setzen und haben von uns aus Kontakt zu großen Print- und TV-Medien gesucht. Vermehrt wurden von Seiten der Medien in der letzten Zeit Fans nicht nur als gröhlende Begleiterscheinung des Fußballs, sondern als grundlegender Teil des Fußballs mit eigenen Problemen, aber auch klar definierten Meinungen und Forderungen wahrgenommen. Diesen Eindruck möchten wir verstärken und nutzen.